Geburtstagsgeschenk in Harvard
Kardinal Bea setzte kurz nach seinem 83. Geburtstag, den er am 28. Mai 1964 begehen konnte, seine Reisen in Sachen Ökumene und Konzil fort. Anfang Juni reiste er in die Vereinigten Staaten. «Es handelte sich nicht wie im Vorjahr um Vorträge und Ansprachen, sondern einfach darum, an der Harvard-Universität die Ehrendoktorwürde in Rechtswissenschaft persönlich entgegenzunehmen, die gewissermassen die Frucht der Vorträge des vorhergehenden Jahres war. Das Ereignis war in ökumenischer Hinsicht sehr bedeutsam, weil die Zeremonie vor 12.000 Studenten stattfand (…). Die offizielle Begründung für die Ehrung lautete: ‹Inmitten der Uneinigkeiten der Menschheit sucht dieser ehrwürdige Gelehrte den brüderlichen Dialog, indem er die Eintracht in der Christenheit beschwört.›» Übrigens wurde zugleich auch der deutsche Bundeskanzler Ludwig Erhard, der «Vater des Wirtschaftswunders» nach dem Zweiten Weltkrieg, mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.
Anlässlich dieses Besuches teilte der Präsident der Universität Beas Sekretär Schmidt «vertraulich seine eigene Überzeugung mit, die sowohl die Einladung des Vorjahres als auch die jetzige Ehrung erklärt: ‹Sehen Sie, wir wissen, dass heute der Geist Gottes in besonderer Weise in der Kirche wirkt, und Bea ist sein Werkzeug. Deshalb verehren wir ihn.»
(mq; vgl. Schmidt, 553).
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