Gabbàti
In fortgeschrittenem (und fortschreitendem) Alter gewinnt man(n) so etwas wie Abstand zur heftigen Emotionalität, die mit diesem Thema verbunden ist. Thomas Mann etwa formuliert im Alter um die 50 in seinen Tagebüchern: «So jemand wie ich sollte keine Kinder haben». Und die Beziehung zwischen ihm und seinen drei Söhnen war ja auch eine schreckliche, die bei zwei von dreien in die Katastrophe führte.
Ein Vater, der ein Leben lang den grossen Traum vom einen jungen Hübschen träumt, der unerreichbar bleiben muss, weil die gesellschaftlichen Konventionen es unmöglich machen; ein Ehemann, der ein Leben lang lang diese Träume seiner Frau (die alles unternimmt, ihm das absolute Künstler-Dasein zu sichern) immer wieder durch Blicke zu anderen hin (Tadzio lässt grüssen, aber Aschenbach hat eben keine Frau) offenbart – das ist der menschlich-emotionale Super-GAU für eine Familie.
Immer wieder ist zu formulieren: Opfer, die ihr Opfer-Sein nicht radikal aufarbeiten, können auch zu Tätern werden. Den Suizid von Klaus und auch den von Michael, die hat der Zauberer zu verantworten.
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