Freude herrscht über eine Bischofsernennung
Auch das gibt’s wieder (dank Papst Franziskus?): die Freude über einen neuen Bischof, und zwar jenen von Graz mit dem schönen Namen Wilhelm Krautwaschl. Aus einem Interview:
Was ist ein guter Christ? KRAUTWASCHL: Tertullian habe gesagt: «Seht, wie sie einander lieben und bereit sind, füreinander ihr Leben zu geben.» Man erkennt gute Christen daran, wie sie miteinander umgehen. Dann würde ich die «Werke der Barmherzigkeit» – Matthäus 25 – dazunehmen. Und bei beiden Dingen kommt witzigerweise nie das Kirchengehen vor (lacht). Das brauche ich aber, dann weiss ich, worum es auch im Alltag geht.
Warum braucht eine postmoderne, pluralistische Gesellschaft die Kirche? Der Mensch kommt ja offenbar auch ohne ganz gut aus. KRAUTWASCHL: Damit ich das auf mich Zukommende, die Hoffnung immer wieder neu speisen kann, der Quellgrund also erhalten bleibt. Bei uns kommt aber leider oft immer nur die Moral drüber. Und das macht’s so dramatisch eng.
Viele glauben privat, ohne Kirche, passt das auch? KRAUTWASCHL: Wir sollen den Glauben nicht religiös einengen. Noch enger wird’s, wenn wir ihn kirchlich einengen. Glaube ist ein Grundakt, damit ich leben kann. Die Möglichkeit, dass etwas wird. Aber wir haben den Glauben zuerst religiös und dann kirchlich eingeengt. Deshalb versteht man uns auch oft nicht. Frage ich Firmlinge, ob sie jemanden in ihrem Umfeld kennen, der glaubt, sagen sie zu 95 Prozent: ,die Grossmutter›. Auf die Nachfrage, wieso, antworten sie: ,Weil sie in die Kirche geht.› Wir haben das Christsein eingeengt auf eine Stunde am Sonntag. Man muss Christsein die ganze Woche leben. Das ist der Grundfehler, warum es in Pfarren oft schiefgeht. Ich kann nicht in einer Wochenendbeziehung leben, wo ich mir dann in einer Stunde am Sonntag alles erwarte. Das kann nur schiefgehen. Wir brauchen die lebendigen
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