Elisabeth Aeberli

Frauenstreik – es geht weiter

14. Juni – 14. September.  Der Frauenstreik war ein grosser Erfolg. Eine halbe Million Frauen waren in der ganzen Schweiz auf der Strassen, vielerorts begleitet von Männern und Kindern.

Nach drei Monaten können wir Bilanz ziehen – und nach dem 20. Oktober wird es sich zeigen, wo die Frauen in der Politik Einzug halten.

Im Herbst stehen die Lohnrunden an. «Ufe mit de Frauelöhn, abe mit de Boni». Wird dieser Ruf, der an den Demos zu hören war, Wirkung zeigen? Am Frauenstreik vor 28 Jahren wurde die Aktion Lohntransparenz lanciert. Die Fortschritte halten sich in Grenzen.

Die Kirchen waren an den Streikaktionen vielerorts vertreten. Die Aktionen gehen weiter, siehe dazu https://www.frauenbund.ch/was-wir-bewegen/kirche-und-spiritualitaet/gleichberechtigungpunktamen/

Die Jugendverbände sind diesbezüglich ebenso aktiv: In den News von kath.ch konnte ich lesen, dass sich die Kinder- und Jugendverbände mit der Frauenfrage beschäftigen. Die Vorsitzenden der katholischen Kinder- und Jugendverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich dazu zu einem Vernetzungstreffen in Innsbruck getroffen. Sie fordern, dass die Kirchen den Frauen und Jugendlichen mehr Beteiligung zugestehen.

Aus der Schweiz reisten vier Delegierte an das Treffen – vier Männer! Den Frauen wird wiederum der gleiche Rang zugestanden wie  Jugendlichen – nicht volljährigen Menschen.

Rom ist weit weg. Wenn die Forderungen immer nur an die Kirchenleitungen delegiert werden, wird sich in Jahren nichts ändern. Neuinszenierung einer Tragödie – Fortsetzung folgt.

Frauenstreik am 14. Juni 2019 vor dem Luzerner Theater. ©Elisabeth Aeberli
12. September 2019 | 19:21
von Elisabeth Aeberli
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