Feeling ‹wanted›
Die Wochenenden gefallen mir sehr gut. Das ist die beste ‹quality time›, die ich hier in der Schweiz geniesse. Es ist nicht wegen der Wochenendpartys und der Zeit zum Ausruhen und auch nicht wegen der freien Tage an der Uni. Sondern am Wochenende bekomme ich Zeit, um einige Aushilfen zu übernehmen. Es ist irgendwie etwas Besonderes, es hat sich als etwas Gutes erwiesen für meine Seele. Ich hatte die Möglichkeit in den letzten zwei Jahren, Gottesdienste in einigen Altersheimen mit älteren Menschen zu feiern.
Ich liebe die Art, wie sie zum Altar schauen, das Interesse und die Teilnahme an der Eucharistie. Ihre intensive Aufmerksamkeit und der innige Blick und die echte Hoffnung, wenn die Gebete gesprochen werden, berühren mich in meinem Herzen. Beim Friedensgruss, wenn ich zumindest in die erste Reihe gehe, nehmen sie meine Hände in ihre Handflächen, sie sehnen sich nach einer Berührung.
Im vergangenen Jahr bei der Osterfeier in einem Altersheim ging ich wegen dieses besonderen Anlasses zu jeder Person in der Kapelle, um ihnen Frieden zu wünschen. Einige Augen waren feucht. Einige wollten meine Hand nicht mehr los lassen. Manche fragten mich, ob sie mich früher gekannt hätten.
Sie wollten nur einen Hauch (Berührung). Sie haben Freude wenn jemand mit Interesse an ihnen seine Zeit mit ihnen verbringen kann. Einfach in die Augen schauen und zuhören. Die Tatsache, ja meine Erkenntnis ist, dass ich durch Öfteres Gottesdienst feiern mit den älteren Mitmenschen, gläubiger werde. Diese Menschen sind alle auf dem Gipfel ihres eigenen Lebens. Was für eine andere Hoffnung sie haben, sie schauen anders zum Altar und sie haben die totale Offenheit von Jesus berührt zu werden. Ich versuche da zu sein, einfach für diejenigen zu leben, die ihre Hoffnung in Jesus setzen. Diese Augenblicke und die herzliche Berührung von den älteren Menschen machen mich ‹feeling wanted›.
NB: Eine Kollegin von mir an der Uni feiert ihren Geburtstag nächste Woche und sie wird 25. Sie ist traurig, weil sie alt wird. Sie denkt, dass sie nicht mehr im ‹jolly good age› ist. Lustig. Sie würde von den richtigen Älteren ausgelacht!
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