Fasnachtspredigt
Wenn Rebhuhn(Zuerst befasse ich mich kritisch mit dem da und dort – zum Beispiel in Bayern – noch bestehenden Brauch, an der Fasnacht «Sühnegottesdienste zu halten. Dann:)Schon im 16. Jahrhundert sagte Theresia von Avila, eine grosse Mystikerin: «Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn; wenn Fasten, dann Fasten.»Im Evangelium, das ich für heute ausgewählt habe, vergleicht Jesus seine griesgrämigen Zeitgenossen mit Kindern, die auf dem Marktplatz spielen und einander zurufen: Wir haben euch Hochzeitslieder gespielt und ihr habt nicht getanzt. Der langen Rede kurzer Sinn: Wir Luzerner Christen/Christinnen wollen in diesen Tagen doch nicht solche Spielverderber sein, auch wenn nicht alle von uns aktive Fasnächtler sind.Mit zwei Bemerkungen möchte ich etwas konkreter werden: 1. Die fasnächtlichen Tage sind eine gute Gelegenheit, wieder etwas gelassener zu werden. Wie heisst es doch in einem Kirchenlied:Was hilft es, dass wir alle Morgenbeseufzen unser Ungemach?Wir machen unser Kreuz und Leidnur grösser durch die Traurigkeit.Viele Heilige und andere grosse christlichen Gestalten haben es uns vorgemacht, wie wir in allem Leid ein frohes, vertrauendes Herz nicht verlieren. Nur ein Beispiel: Dietrich Bonhoeffer hat im Angesicht des Todes im Nazi-Gefängnis sein hoffnungsvolles Neujahrsgedicht von den guten Mächten gedichtet: Von guten Mächten treu und still umgeben,behütet und getröstet wunderbar,so will ich diese Tage mit euch lebenund mit euch gehen in ein neues Jahr. 2. Bemerkung: Kennen den Spruch: Wer über sich selber lachen kann, hat immer etwas zu lachen. Oder wie es ein guter alter Bekannter von mir, Zirkus-Pfarrer Ernst Heller sagt: «Sich selber auf den Arm nehmen, bleibt das grösste Kunststück.» Wer dieses Kunststück beherrscht, wirkt sympathisch, nicht nur in diesen fasnächtlichen Tagen; so sympathisch, wie Papst Johannes XXIII., der in sorgenvollen Stunden zu sich selber sagte: «Giovanni, nimm dich nicht so wichtig.»
Ich komme zum Schluss.Und möchte nicht das wiederholen, was ich als junger Theologe am Schluss einer Fasnachtspredigt gesagt habe: «Nach dieser besinnlichen Fastenzeit wünsche ich euch eine fröhliche Fasnacht.»Nein, diesmal wünsche ich Ihnen (um sicher zu gehen, schaue ich auf das Manuskript) eine fröhliche, herzerfrischende FASNACHT.
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