Heinz Angehrn

Exkommunikation als ultima ratio ?

Soviel ich weiss, verfügt die katholische Kirche nebst milderen Formen wie Entzug der Lehrerlaubnis oder jähriges Buss-Schweigen über dieses besonders radikale Mittel, um Menschen zu bestrafen, die etwa in dogmatischen Fragen etwas anders formulieren, als dies frühere Konzilien oder auch die gerade vorherrschende theologische Meinung in der Glaubenskongregration gemacht haben. Nun denn, da habe ich schon Mühe. Sprachphilosophisch gesehen ist es doch grober Unfug, von gebildeten Mernschen zu erwarten, dass sie alle über die genau gleichen logischen und argumentatorischen Hirnwindungen verfügen müssen. Dementsprechend sollte sich Mutter Kirche viel mehr über ihre kreativen Theologinnen und Theologen freuen. Meistens gibt ihnen die Geschichte später dann doch recht, und so gesehen ist eine Exkommunikation aus theologischen Gründen zwar ein materiell übler Schaden für die Betroffenen, aber schon fast ein Ehrenerweis …
Doch gab es auch eine Form der Exkommunikation, die ich billige. Meines Wissens wurden aktive Parteikadermitglieder extremer Organisationen mit unchristlichem oder kirchenfeindlichem Gedankengut (etwa die NSDAP) so bestraft. Ich denke schon, dass wer ethisch-gedanklich als Mitglied einer Partei und in verantwortlicher Position gegen die biblisch-christlichen Grundwerte (wie: im Zweifel für den Menschen und gegen das Gesetz; im Zweifel für den Schwächeren und nicht für die Starken; Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit; Schutz von Gottes guter Schöpfung etc.) Position bezieht, als Mitglied der Kirchengemeinschaft zumindest «problematisch» wird. Und da könnte eine Exkommunikation auf Zeit ein zwar hartes, aber angemessenes Mittel sein.
Conclusio: Weihbischof Peter Henrici hat bereits vor Jahren gesagt, dass eine der Schweizer Parteien für eine/n überzeugten Christen/in nicht wählbar ist. Diese Partei hat sich nun noch mehr von unserem Gedankengut entfernt, ja weist deutlich totalitäre Züge wie NSDAP und KPdSU auf. Wie lange noch wagen wir es nicht auszusprechen, was auf der Hand liegt?

4. April 2008 | 07:33
von Heinz Angehrn
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