Konzilsblogteam

Evangelischer Trost für einen weinerlichen Papst

Karl Barth, der bei seiner Einladung in den Vatikan römischen Kardinälen und Theologen begegnete, traf auch Papst Paul VI., mit dem er sich in einer Privataudienz auf Französisch unterhielt. In seinem Tagebuch «Meine Zeit mit Karl Barth» hält Eberhard Busch fest: «Es bewegte Barth heute enorm, wieder einen Brief an Papst Paul VI. zu schreiben. Er meine ja, der Mann sei ein weinerlicher Papst. ‹Er dauert mich.› Der evangelische Theologe müsse ihn jetzt trösten. Vielleicht wäre es sogar angezeigt, dass er selbst ihn noch einmal in seinem Vatikan besuche, um ihn aufzumuntern. Nur sei er unterdes selber ein Angeschlagener und müsste diesmal wohl in einem ‹Stoosswäägeli› (Schiebewagen) dem Heiligen Vater vorgeführt werden. Nach einigen Momenten Stille lachte Barth und begann sich auszumalen, was er täte, wenn er selbst zum Papst erhoben würde. Nur für 14 Tage, das sei ihm genug. Mehr nicht! Dann würde er sich wieder zurückziehen auf sein Altenteil.» Was Barth in seiner vierzehntägigen Amtszeit als Papst tun würde, dazu im morgigen Konzilsblog.
(Giancarlo Collet)

18. April 2015 | 00:03
von Konzilsblogteam
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