Konzilsblogteam

Es bleibt zäh

Die Textarbeit am Missionsschema zeigt, dass die Versuche einer theologischen Begründung der Mission und die daraus folgenden Konsequenzen nicht überall akzeptiert wurden. Die redaktionellen Überarbeitungen im Rahmen der latinistischen Stilverbesserungen wurden auch genutzt, um das «alte» Missionsverständnis hier und da wieder in den Text einzutragen. Entsprechende Uneindeutigkeiten und Unschärfen sollte der Missionstext des Konzils bis zum Schluss bewahren.
Dabei fand die traditionelle Linie bei der Vollversammlung der Kommission im Frühjahr 1965 auch einen Verfechter in der Gestalt des Papstes. Der konnte offenbar mit der neuen ekklesiologischen Bestimmung von Mission wenig anfangen und liess im Vorfeld seine Bedenken mitteilen. «Es ist (…) bezeichnend, dass sich diese Stellungnahmen (von Paul VI.) eigentlich gegen die ekklesiologischen Aspekte richteten, da im Schema der Begriff Mission auf die Kirche als Volk Gottes bezogen wurde und nicht so sehr auf die Bischöfe als die Nachfolger der Apostel und die eigentlichen Verantwortlichen für die Wahrnehmung des Missionsauftrags.» (A4, 685)
Auch Kardinal Agagianian liess nicht locker, und verlangte noch einmal, dass sich die Kommission nicht «mit dem Gedanken der Mission im allgemeinen befassen (sollte), sondern vielmehr mit den im eigentlichen Sinn so genannten ‹Missionsgebieten›, für welche die Kongregation De propaganda fide die Zuschüsse zuteilte und deren Verwaltungsinstanz sie darstellte.» Agagianian blieb sich auch in einer anderen Sache treu: «Die Rede eines Präsidenten, der sofort danach die Sitzung verliess, hatte nicht viel Gewicht.» (A4, 686)
(ab)

1. April 2015 | 00:04
von Konzilsblogteam
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