Erwünschte Beratung
Ende Mai 1965 ist bereits bekannt, dass die vierte Konzilssession am 14. September beginnen werde. Zeit für Kardinal Julius Döpfner, sich der erneuten Mitarbeit der von ihm geschätzten Theologen zu vergewissern. Am 31. Mai schreibt er diesbezüglich sowohl an Karl Rahner als auch an Klaus Mörsdorf.
Bei Karl Rahner fügt er vorsichtig an, er wisse nicht, ob dieser schon von anderer Seite eingeladen wurde, jedenfalls wünsche er sehr, dass Rahner als Peritus an den Konzilsarbeiten teilnehme. «Denn ich halte Ihren Beitrag – wenn ich das einmal so offen aussprechen darf – gerade dort für wichtig und wertvoll, wo das Konzil (z.B. im Schema über die Kirche in der Welt) dem heutigen Menschen in seiner Glaubensnot ein verstehendes und helfendes Wort von Gott her sagen will» (Dö 661).
An Klaus Mörsdorf schreibt Döpfner, er wisse zwar nicht, ob die Kommissionen, in denen Mörsdorf mitgearbeitet habe, noch tätig sein würden, doch sein Rat in Fragen des Kirchenrechts sei ihm «nicht nur für die noch anstehenden Schemata, sondern auch für manche Probleme, die meine Aufgaben als Moderator mit sich bringen können, erwünscht und wertvoll» (Dö 662).
Karl Rahner antwortet am 4. Juni positiv und plant konkret, im Germanicum zu wohnen. Vielleicht bekomme er für diese Zeit einen Pater zur Verfügung gestellt. «Herr Lehmann kann in diesem Fall hierbleiben, den ‹Betrieb› in Ordnung halten und mir ein wenig die Post u.a. vom Hals halten» (Dö 663). Auch Mörsdorf gab Döpfner eine Zusage.
(emf)
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