Konzilsblogteam

Erste Schritte des lutherisch/römisch-katholischen Dialogs

Der Dialog zwischen Lutherischer und Römisch-katholischer Kirche sei «nichts geringeres als der ‹Vater› weltweiter bilateraler Dialoge überhaupt», so formulierte der lutherische Altmeister der Ökumene Harding Meyer. Zwar muss mit Blick auf Dialoge zwischen Anglikanern und Altkatholiken bereits im 19. Jahrhundert etwas vorsichtiger geurteilt werden. Unter den bilateralen Dialogen, die nach dem II. Vatikanischen Konzil zwischen der römisch-katholischen Kirche und anderen Kirchen begonnen wurden, hat der mit der lutherischen Kirche jedoch tatsächlich die tiefsten Wurzeln. Bereits 1964 hatte der lutherische Konzilsbeobachter George Lindbeck dem LWB einen solchen Dialog vorgeschlagen. Die darauf folgende Anfrage des Lutherischen Weltbundes an das Sekretariat für die Förderung der Einheit der Christen wurde im November 1964 positiv aufgenommen.
Bereits Mitte 1965 wurde eine Gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet. Am 18./19. Mai 1965 findet diesbezüglich eine Konferenz im Sekretariat für die Einheit statt. Teilnehmer sind Kurt Schmidt-Clausen und Carl Mau vom Lutherischen Weltbund sowie Jan Willebrands, Johannes Witte und Thomas Stransky von katholischer Seite.
Am 20. Mai 1965 redigiert Willebrands einen Brief, mit dem Kardinal Bea den Papst über die Kontakte mit dem Lutherischen Weltbund informiert.
(emf; Zitat aus: Harding Meyer: Weg und Ertrag des internationalen katholisch/lutherischen Dialogs. In: US 48 [1993] 321-330, 321)

20. Mai 2015 | 00:04
von Konzilsblogteam
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