Konzilsblogteam

«Ereignisse von allergrösster Bedeutung»

Die Konzilsankündigung – verbunden mit der Ankündigung einer Diözesansynode der Stadt Rom und einer Modernisierung des Kirchenrechtes – wird in der Herderkorrespondenz (13 [1958/59] 272f) in der Fassung des Osservatore Romano wiedergegeben. Der lateinische Text, den Papst Johannes XXIII. verlesen habe, sei nicht öffentlich bekannt gegeben worden und werde es wohl nicht werden. Die Überraschung spiegelt sich in der Kommentierung deutlich wieder: «Jedermann spürt, dass es sich hier um Ereignisse von allergrösster Bedeutung handelt. Alle drei Ankündigungen sind eine grosse Überraschung für die Welt, für die Gläubigen der katholischen Kirche und auch für vatikanische Kreise gewesen».Die Einberufung einer römischen Diözesansynode wird als Novum angesehen, und als Signal, dass der Papst sein Amt als Bischof von Rom wieder «so konkret auszuüben begann, wie es seit den unseligen Ereignissen von 1870, als Pius IX. sich aus Protest gegen die Einverleibung Roms in den jungen italienischen Nationalstaat in die freiwillige Gefangenschaft des Vatikans einschloss, kein Papst mehr getan hat». Diese Synode habe rechtliche Konsequenzen zwar nur für die Diözese Rom, könne aber «beispielgebend für strukturelle Änderungen auch in anderen Diözesen wirken».Die grösste Aufmerksamkeit zieht aber natürlich die Ankündigung des Konzils auf sich: «Am wichtigsten und für die ganze Welt am erregendsten ist … zweifellos die Ankündigung des Konzils der Gesamtkirche mit der besonderen Bestimmung, dass es eine Einladung an die getrennten Gemeinschaften sein soll, die Einheit zu suchen».(emf; vgl. HerKorr 13 [1958/59] 273)

10. Juli 2012 | 07:00
von Konzilsblogteam
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