Entsolidarisierung
Per Entscheid des Priesterrates meiner Diözese bin ich in den Stiftungsrat unserer Pensionskasse katapultiert worden. Das ist ein klassischer Job nach dem Motto «wenig Ehr, moralische Verantwortung dafür viel mehr». Ein Fehlentscheid eines Stiftungsrates, ein Versäumnis bei der Kontrolle der Mitarbeitenden und der Anlagestrategie kann bis hin zu Gerichtsprozessen mit Verantwortlichkeitsklagen führen. Zudem ist der riesige Unterscheid beim Wissen über Versicherungsmathematik zwischen Experten und Siftungsräten eine echte Herausforderung.
Was mich zurzeit aber ärgert, ist die schleichende gesellschaftliche Entsolidarisierung, die mit den neuen Regelungen zum Kapitalbezug gefördert wird. Es soll ermöglicht werden, dass jemand mit der Pensionierung auf die Rente verzichtet, sich das Kapitel auszahlen lässt, mit dem dann finanzielle Risiken eingeht oder es auch einfach zum Fenster hinausschleudert und später dann zum Unterstützungsfall für Staat und Gesellschaft wird. Wehret den Anfängen, mahne ich da!
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