Br. Paul Tobler

Emprender romontsch

Per ina ga hai jeu patertgau che pudess era scriver in pèr plaids sin romontsch. Il romontsch ei veramein in bi lungatg che plai a mi. Jeu hai in bun professur alla claustra, mo sto aunc haver diligenza e perseveranza per meglierar. Vuless scriver specials salids a tuts lecturs romontschs!
Soweit ein Gruss an Bündner Oberländer Leser. Falls ich in nächster Zeit häufiger auf Rätoromanisch angesprochen werde, ist das eine gute Übung. Denn für die meisten Neueintretenden unseres Klosters gehört in den ersten Jahren auch ein gewisses Erlernen der rätoromanischen Sprache dazu. Manche Brüder verstehen Grundlagen, andere können sich gut verständigen, etwa auch in der Seelsorge. Und so erhielt ich ebenfalls, vor allem während dem Noviziat, regelmässig Unterricht im «romontsch sursilvan» bei Abt Vigeli, einem der beiden Mönche mit Muttersprache Rätoromanisch.
Früher hätte ich nicht gedacht, dass ich einmal diese Sprache lernen würde. Aber mittlerweile scheint es mir passend. Es ist hier die Sprache Nummer eins. Obwohl die Einheimischen meist auch gut Deutsch sprechen können, ist es etwas Anderes, ihre Muttersprache zu teilen. Unsere Gottesdienste und Gebete im Kloster sind auf Deutsch. Ausnahmen gibt es aber zum Beispiel bei Maiandachten, die wir zusammen mit der Pfarrei feiern. Am Klostergymnasium ist die Unterrichtssprache Deutsch, aber durch die vielen einheimischen Schülerinnen und Schülern ist Romanisch auch sehr präsent.
Ein Benediktinerkloster hat nach der Anleitung des Heiligen Benedikt einerseits eine hohe Eigenständigkeit und Zurückgezogenheit: «Das Kloster soll so angelegt werden, dass sich, wenn möglich, alles Notwendige innerhalb des Klosters befindet» (Benediktsregel 66,6). Wir haben eine abgetrennte, stille Klausur und pflegen das Gebet als unseren vorrangigen Auftrag. Aber wir haben auch unsere Arbeiten, Aufgaben und Vernetzungen, welche an diesem Ort, mit diesen Menschen und in ihrer Sprache stattfinden.
Vom zweiten Mitbruder mit rätoromanischer Muttersprache, Bruder Luzi, habe ich auch schon viele Wörter gelernt. Schnell habe ich allerdings bemerkt, dass ich nicht immer alles ungefiltert anwenden kann. Weil er manchmal ein kräftiges Vokabular hat, schlage ich neue Wörter zur Sicherheit im Wörterbuch nach. Aber ich lerne von ihm auch gute Wörter oder Gebete und den «Rosari».
Ludaus sei Jesus Christus.

10. Februar 2014 | 21:15
von Br. Paul Tobler
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