Walter Ludin

Einen «erwachsenen» Umgang mit der Flüchtlingsfrage forderT der Philosop Wolfram Eilenberger.

Was der Philosph fordert, gilt auch für die Schweiz  – und für mindestens eine Partei, die auf die Flüchtlinge mehr als pubertär antwortet. (aus SPIEGELONLINE)
SPIEGEL ONLINE: Welche Fähigkeiten sind denn jetzt gefragt?
Eilenberger: Die Ernsthaftigkeit, der Situation realistisch ins Auge zu sehen, ein erwachsenes Gespräch zu führen, das sich von Verherrlichung und Dämonisierung gleichermassen fernhält. Und der Wille, die Anstrengung als eine gesamtgesellschaftliche anzunehmen. Das bedeutet auch, ein neues Bild von dem Land zu entwickeln, in dem wir in Zukunft leben wollen.
SPIEGEL ONLINE: Was meinen Sie mit «erwachsen»?
Eilenberger: Schauen Sie sich an, was in den sozialen Netzwerken geschieht: Gerade die Flüchtlingsthematik wird von einer infantilen Diskurskultur beherrscht, von wechselseitigen Unterstellungen, Häme, Beschuldigung, naiver Besserwisserei und Verhärtung. Fast alles, was sachlich nötig wäre, gerät in diesen Sandkastenlogiken aus dem Blick. Es wäre ein erwachsener Anfang, sich zunächst eine grundlegende Perplexität einzugestehen. Wir bewegen uns derzeit alle auf schwankendem Grund. Das erfordert eine besondere Wachheit und Gelenkigkeit, gerade in Bezug auf eigene Überzeugungen. Es erfordert die Bereitschaft, Unrecht zu haben.

13. Januar 2016 | 01:28
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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