Eine jesuitische «Gewissenserforschung» nach dem Konzil
Das Zweite Vatikanische Konzil hat in Lateinamerika nicht zuletzt für die Mitglieder der hier zahlreich tätigen Orden und religiösen Kongregationen nachhaltig gewirkt. Seit Beginn der Evangelisierung waren diese mit dem Aufbau kirchlicher Strukturen betraut sowie im sozial-caritativen Bereich als auch im Bildungswesen aktiv. Die durch das Konzil vollzogene Öffnung der Kirche zur Welt konkretisierte sich bei vielen Ordensgemeinschaften – auch im Gefolge jüngerer Sozialenzykliken wie Pacem in terris (1963) und Populorum Progressio (1967), dann aber vor allem von Medellín – als bewusste Hinwendung zur Welt der Armen. So trafen sich beispielsweise im Frühjahr 1968 in Brasilien die lateinamerikanischen Jesuitenprovinziale mit ihrem damaligen Ordensoberen, Pedro Arrupe (1907-1991), die an ihre Mitbrüder eine Erklärung richteten, um, wie sie selbst schreiben, «die Richtlinien und Verpflichtungen darzulegen, die wir in unserer gemeinsamen Gewissenserforschung erarbeitet haben». Dieses Schreiben an die Jesuiten in Lateinamerika (damals ca. 4900!) wurde als Deklaration von Rio bekannt. Daraus Morgen einige Auszüge:
(Giancarlo Collet)
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