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Eine ekklesiologische «idea totalis»

Der 5. Februar 1963 war ein entscheidender Tag für das sog. Deutsche Schema, das eine wichtige Etappe auf dem Weg der Entstehung der Kirchenkonstitution Lumen gentium darstellt. Der Frankfurter Jesuit Otto Semmelroth schreibt dazu in seinem Tagebuch: «Um 9 Uhr begannen heute im Haus der Kath. Akademie die Beratungen der Bischofskonferenz. Zuerst gab Kard. Döpfner einen Bericht über die Beratungen der Koordinierungskommission in Rom, von der er ja gerade zurückgekommen war. Dann musste ich ein Referat über die kritischen Anmerkungen zum alten Ekklesia-Schema geben, das, glaube ich, recht gut bei den Bischöfen ankam. […] Danach wurden die einzelnen Kapitel des neuen Schemavorschlags von je einem Referenten referiert und darüber diskutiert. Es wurde den Bischöfen intensive Theologie vorgelegt und sie machten sie auch sehr interessiert mit.» Die Fassung des Deutschen Schemas, die aus diesem Treffen der Bischöfe und Theologen hervorging, zeichnet sich durch eine heilsökonomische Sicht der Kirche aus. Nach Karl Rahner müht sich das Schema insbesondere auch um eine stärkere pastorale und ökumenische Ausrichtung. Das Bemühen, angesichts der komplexen Diskussionslage auf dem Konzil und darüber hinaus jegliche Einseitigkeit zu vermeiden, lässt die Bischöfe und Theologen für die «idea totalis» der Kirche als Heilssakrament optieren. Dieses Leitmotiv hält «nicht nur eine kritische Metatheorie zur Prüfung und Korrektur jeder Ekklesiologie bereit, sondern es wirkt auch erkenntnisleitend in den unterschiedlichsten ekklesiologischen Einzelthemen».(Michael Quisinsky; Zitate aus Wa 291 Anm. 33, 355f)

5. Februar 2013 | 00:03
von Konzilsblogteam
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