Ein Teil der holländischen Katholiken fordert Klarheit
Prominente holländische Katholiken machten im März 1965 bei Kardinal Alfrink eine Eingabe, die angesichts der Erneuerungen Wert auf folgende Bezüge legte:
Katechese: So wichtig auch der Gewissensentscheid des einzelnen sei, müsse das Gewissen durch «kräftigen und massgebenden» katechetischen Unterricht gebildet und gestärkt werden. Dafür sei eine einfache und klare Katechese nötig.
Dogma und Moral: Es sollten nicht eigene Gedankenkonstruktionen als Lehre vorgetragen werden.
Liturgie: In der niederländischen Kirchenprovinz soll neben der Muttersprache auch das Latein in der Liturgie seinen Platz behalten. Es soll an Sonn- und Feiertagen mindestens eine angekündigte Messe in Latein gehalten werden.
Die Petenten wiesen auf die ihrer Meinung bestehende Gefahr hin, dass «durch das allzu freie Experimentieren mit der tätigen Teilnahme am Gottesdienst, durch das voreilige Propagieren der Gedankenkonstruktionen bzw. das Minimalisieren der Wahrheit und durch die nicht ausreichende richtige Katechese» Verwirrung gestiftet werde und Unsicherheit entstehe.
Das Schreiben weist darauf hin, dass bereits während des Konzils Richtungskämpfe im Gange waren, besonders in den bisher sehr kirchlichen Nationen, zu denen neben Holland und Kanada auch die Schweiz zu zählen war. Es ist kein Zufall, dass der eher konservativ eingestellte SKZ-Redaktor Johann Baptist Villiger gerade dieses Schreiben in der SKZ veröffentlicht hat.
(ufw; Holländische Katholiken fordern Klarheit. Aufsehenerregende Eingabe an den Episkopat der Niederlande, in: SKZ 133 [1965], Nr. 17, 207–209).
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