Konzilsblogteam

Ein Stuhl und grosse Freiheit – Ivo Fürer und die Konzilsrezeption

Das II. Vaticanum sollte das Wirken Ivo Fürers, der gestern seinen 85. Geburtstag feierte, in hohem Masse prägen. Bereits 1965 stellte sich für ihn und viele andere die Frage, wie die Konzilsdokumente «nicht nur Papier bleiben», sondern «das Leben in Bistum und Pfarrei prägen» können. Dazu sein Biograph: «Bischof Josephus Hasler kennt das Engagement des Altstätter Vikars (Ivo Fürer). Gut ein Jahr nach dessen flammender Konzilspredigt (s. Konzilsblog vom 20. April 2015) holt er ihn ins Bischöfliche Ordinariat. Als Bischofsvikar soll er Wege suchen, wie die Konzilsbeschlüsse im Bistum verwirklicht werden können. (…) Kein leichter Auftrag. Es beginnt bei Null. Als Ivo Fürer 1967 seine neue Stelle antritt, bekommt er ein kleines Zimmer zugewiesen. Die Möblierung besteht aus einem Stuhl. Sonst aber gibt ihm der Bischof grosse Freiheit Initiativen zu entwickeln und natürlich auch Möbel anzuschaffen. Die Möbel sind das kleinste Problem. Es fehlt an weit mehr. Der erste Bischofsvikar merkt bald, dass es mit den gegebenen Strukturen gar nicht möglich ist, den Aufbruch des Konzils umzusetzen. Wie sollte es lebendigen Austausch von Bischof, Priestern und Laien kommen, wenn es für diesen Dialog gar keine Gefässe gibt? Also müssen sie zuerst ins Leben gerufen werden: der Priesterrat, der Seelsorgerat, später auch der Rat der Laien im kirchlichen Dienst.»
(mq; Josef Osterwalder, Dem Volk Gottes dienen. Ivo Fürer, Bischof und Weggefährte, St. Gallen 2005, 45f.).

21. April 2015 | 00:01
von Konzilsblogteam
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