Konzilsblogteam

Ein neuer Experte für das Missionsdekret

In der dritten Konzilssession war der vorbereitete Text über die Mission stark kritisiert und an die zuständige Kommission zurückverwiesen worden (siehe Konzilsblog vom 6.11.2014). Nach Ende der Konzilssession 1964 arbeitet Yves Congar einen neuen Entwurf aus, den er am 13. Dezember 1964 Bischof Guy-Marie Riobé von Orléans und P. André Seumois präsentiert.
Dass Yves Congar mit dieser Thematik befasst ist, ist keineswegs selbstverständlich. Im November hatte sich die Kommission über die Mission nach der Ablehnung des dem Konzil vorgelegten Textes darauf verständigt, neue Experten zu ernennen. Dies geschah im Einverständnis mit dem Vorsitzenden, dem Präfekten der zuständigen Kongregation («Propaganda») Gregor Petrus Agagianian. Dieser hatte dann jedoch die Kommission verlassen. Während die Kommission einmütig dafür plädiert hatte, u.a. Yves Congar als Experten hinzuzuziehen, lehnte Agagianian diesen ab. Es zeigte sich, dass Agagianian eine weitergehende Veränderung des ursprünglichen Textes möglichst verhindern und lediglich einige kleinere Korrekturen einbringen wollte.
In einer weiteren Sitzung der Kommission beharrten die Kommissionsmitglieder auf der Berufung Congars, der vor allem deswegen vorgesehen worden war, weil das Konzil die fehlende theologische Grundlage des Missionsdekrets moniert hatte. Schliesslich wird Congar als einer der Experten ernannt – und macht sich sogleich an die Arbeit.
(emf; vgl. Co 2,257.259.285-287.291f)

13. Dezember 2014 | 00:04
von Konzilsblogteam
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