Ein Kongress der anglikanischen Kirche
Vom 13.-20. August 1963 findet in Toronto ein Kongress der anglikanischen Kirche mit über 1000 Delegierten aus 18 Kirchenprovinzen mit 340 Diözesen statt. Ein anglikanischer Sprecher würdigt die freundliche Aufnahme des Kongresses durch Kardinal Léger und Erzbischof Pocock – «in deutlichem Kontrast zu der feindlichen Haltung der katholischen Hierarchie beim vorausgegangenen anglikanischen Kongress von Minneapolis im Jahr 1954» (zit. A 2,648 Anm. 80).
In ökumenischer Hinsicht wird das Klima des II. Vatikanums aufgenommen. Teilnehmer des Kongresses erklären, der Anglikanismus sei kein Zweck an sich und könne durchaus in einer grösseren Gemeinschaft aufgehen. Erzbischof M. Ramsey, Primas der anglikanischen Kirche, geht sogar so weit zu sagen, «dass das Endziel der ökumenischen Bewegung in einer Wiedervereinigung mit Rom liegt, aber in Wahrheit nicht mit der römischen Kirche, wie sie sich gegenwärtig präsentiert» (Le Monde, 15.9.1963; zit. A 2,648).
Das Ziel der Ökumene setzt Veränderung aller Kirchen voraus! Für die römisch-katholische Kirche wird das Ökumene-Dekret Unitatis Redintegratio dies bekräftigen – nachkonziliar jedoch zu wenig umsetzen.
(emf)
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