Ein klärendes Wort
Gegen Falschinfos(Soeben bekomme ich vom Zentrum Religionsforschung der Uni Luzern eine öffentliche Stellungnahme, aus der ich einen Ausschnitt zitiere:)
Zur Faktenlage gehört, dass in der Schweiz eine Vielzahl öffentlich sichtbarer Religionsbautenbestehen und dass die muslimische Minderheit in der Schweiz zum weit überwiegendenTeil eine Integration in der Schweiz nachdrücklich anstrebt. Entgegen dieserSachlage votierte die Mehrheit der abstimmenden Bürgerinnen und Bürger für ein Bauverbotvon Minaretten, was auf Verunsicherungen und diffuse Ängste u.a. infolge vonreligiöser und kultureller Pluralisierung und Fragen schweizerischer Identität zurückzuführenist.Diese Verunsicherung wurde durch die zahlreichen Falschinformationen und Stereotypen,die von den Promotoren der Anti-Minarett-Initiative verbreitet wurden, gesteigert. So istetwa die angebliche «Islamisierung» ein Phantom. Eine islamische Unterwanderungschweizerischer Institutionen ist weder zu beobachten noch in absehbarer Zeit zu befürchten.Vielmehr knüpft das Bedrohungsszenario an ein erprobtes Muster in der jüngerenSchweizer Geschichte an, mit dem in gleicher Weise die Heilsarmee (1880er Jahre),die Anthroposophie (1920er Jahre) und neue Religionen (1980er Jahre) diffamiert undausgrenzt wurden. Der behauptete Machtanspruch von Muslimen in der Schweiz lässtsich weder ökonomisch noch politisch feststellen. Vielmehr haben sich Vertreterinnen undVertreter des Schweizer Islams nachweislich öffentlich und wiederholt zur Integration sowiezur schweizerischen Werte- und Rechtsordnung bekannt.«Der Islam», in der emotional geführten Debatte durch das Minarett symbolisiert, dientevielen Bürgerinnen und Bürgern als Ventil, um diffuses Unbehagen und Ablehnung gegenübervermeintlichen Bedrohungen auszudrücken. Es fällt auf, dass die Anti-Minarett-Initiative gerade dort keine Mehrheit fand, wo verhältnismässig mehr Muslime leben deshalb mehr Stimmberechtigte durch direkten Kontakt ein differenzierteres Bild aufbauenkonnten.
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