Heinz Angehrn

Ein Kandidat der Steinzeit

Nach dem unsägliche Entscheid der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, die vorschlägt, das Übereinkommen gegen die Streumunition nicht zu ratifizieren, wird zweierlei klar (mein letzter Kommentar vor den Wahlen, die ich an meinem freien Wochenende schweigend und leidend aus der Lega-Hochburg TI betrachten werde):
a) Man(n) sollte im Schnitt Frauen und nicht Männer wählen. Anscheinend ist die zweitgenannte Spezies moralisch-ethisch nicht gut gebildet und für unsägliche Argumentationen anfälliger.
b) Zürcher/innen sollten auf keinen Fall Ulrich Schlüer, SVP, wieder in den Nationalrat wählen. Anders als Paul Rechsteiner, mein «Kandidat des letzten Jahrhunderts», lebt er noch in weit ferneren Zeiten, er ist ein «Kandidat der Steinzeit». Dieser geistige Ziehvater einer netten Horde von eingebräunten Jungpolitikern hatte folgendes sensationell einleuchtendes Argument zur Hand, warum die Schweizer Armee weiter Streumunition in die Täler und Auen verschiessen solle: «So kann ein Feind, der die Leventina hinaufzieht, aufgehalten werden». Herr Schlüer hat anscheind verpasst, dass Mussolini schon längst abgetreten ist, auch dass ein Feind des 21.Jahrhunderts kaum ein Interesse hat, auf dem Gotthard sein Fähnchen zu hissen. Ehrlich: Einfach peinlich!

20. Oktober 2011 | 16:49
von Heinz Angehrn
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