Hans Leu

Ein heiliges Triduum

Wenn Du mal soweit bist, dass Du die Bedeutung Deiner Person anerkannt hast; dass Du bereit bist, Dich in die Welt-Situation einzubringen (zB im Beruf, in der Family, im Club, in der Kirche vor Ort etc…); wenn Du Dich also als Welt-
Insider bekennen kannst – und dies alles nicht imperialistisch
missverstehst sondern in einem pastoralen mit- und fuer-ein-
ander, dann steht es Dir gut an den Palm-Sonntag zu feiern.
Dem folgt unweigerlich das Triduum: Grundsaetzlich basiert es auf einem neuen erweiterten Menschenverstaendnis.
Im Jesu-Abendmahl wird feierlich proklamiert, dass der christliche Mensch nun seit neuestem sich als «Brot + Wein» versteht; uebergeben in die Hand der Menschen weltweit.

Dieses neue Selbstverstaendnis des christlichen Menschen wird im Abendmahl besiegelt als ein neuer und ewiger Bund zwischen dem Creator-Gott und dem pilgernden Menschen.
Es ist entscheidend fuer das Gelingen des einzelnen Menschenlebens, fuer die Gruppe ja sogar fuer das Leben der Welt im Kosmos.

Dass «Brot + Wein» Verstaendnis hat es nicht leicht sich im naturhaften Imperialismus durchzusetzen. Die ausbeuterische
Vorherrschaft Weniger gegenueber den Vielen, die geopfert werden, wehrt sich gegen das demokratisch-egalitaere «Brot + Wein» fuer alle. Das Natur-Joch wird fuer sehr Engagierte zum Kreuz. Erloesung im Sinne von der Befreiung aus den Zwaengen bis hin zur Selbsthingabe scheint einen neuen Humanismus horvorzubringen. Eine komplizierte Geburt.

Es ist die Geburt, die in der Natur wurzelt aber in der Bluete spriesst. Im «Brot + Wein» Verstaendnis wird ein neuer Lebensstil vorgestellt, der die Natur und den Geist ins Christliche transzendiert. Ein Aufwachen und Auferstehen
in ein neues Lebensverstaendnis, das sogar Zeit und Raum relativiert und auf die Fuelle des Lebens fuer alle sich aus-
richtet.

Im gefeierten Triduum kommt zum Ausdruck, dass «Brot + Wein» bis zur toedlichen Hingabe im totalen Engagement
sich realisiert und dass «Brot + Wein» ein neues Lebens- verstaendnis voraussetzt, das zwar natur-biologisch wurzelt aber sich in die Weiten des Himmels erstreckt.

Es waere nun die interessante Aufgabe der sog. Mutter Kirche
den Menschen im 2018 etc…  das gefeierte Triduum so nahe zu bringen, dass sie sich angesprochen und eingeladen vorkommen. Die religionspaedagogischen Katecheten/innen
sind gefordert. Wer alles beim Alten laesst verpasst die Chance der Gegenwart. Oder: am Tisch gilt nun: neuer Wein in neue Becher.

noch nicht aufgeblueht; noch unter-entwickelt...
29. März 2018 | 11:21
von Hans Leu
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