Konzilsblogteam

Ein Bischof pilgert nach Moskau

Zunächst gewohnt wortkarg berichtet Bischof Johannes Willebrands, «zweiter Mann» im Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen, von seiner zweiwöchigen Reise durch die Sowjetunion Anfang Juni 1965. Das Programm war dicht gefüllt mit Begegnungen und Besuchen.
Der belgische Konzilshistoriker Leo Declerck, während des Konzils im Collegio Belga tätig und seit vielen Jahren unermüdlicher Herausgeber und Bearbeiter von Quellen zum II. Vaticanum, bringt in seiner Einleitung zum Tagebuch Willebrands den geistlichen Aspekt dieser – wie anderer – Reisen Willebrands auf den Punkt, wenn er betont, dass das Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen «– anders als andere römische Kongregationen – seine Aktivitäten nicht auf Rom beschränkt. Von Anfang an ergreifen Bea wie Willebrands den Pilgerstab (…) um sich zu den getrennten Brüdern aufzumachen» (Wil XXXIV).
Für den – wie gesagt – in seinem Tagebuch wortkargen Willebrands geradezu überschwänglich klingen mehrere Bemerkungen, die die Aufzählung der besuchten Personen und Orte (oft Kirchen) unterbrechen: so heisst es am 1. Juni 1965 beim Eintrag zu einem Besuch in der Epiphanie-Kathedrale, bei dem auch Patriarch Pimen anwesend war: «Habe ein Brustkreuz erhalten». Tags darauf notiert Willebrands: «Besuch mehrerer Kirchen (5). (Ich werde überall wie ein Bischof empfangen).» (Wil 188f.)
(mq)

1. Juni 2015 | 00:07
von Konzilsblogteam
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