Edle Selbstdefinition
Unangenehm ist mir, dass ich die Mitteilung des Todes von Edward Schillebeeckx (23.12. im Alter von 95 Jahren) verpasst habe. In keinem Medium, nicht einmal in den unermüdlichen Hasstiraden auf kreuz.net, habe ich etwas dazu gelesen. Und nun liefert mir (ich danke wieder einmal «meinem» Bistum St.Gallen für seinen weltoffenen und toleranten Sinn) gerade das «Forum», unser diözesanes Pfarrblatt, Nachruf und Würdigung, bei denen es sich (ich danke auch speziell unserer Redaktorin Evelyne für die Aufmerksamkeit) auf einen Nachruf von «Wir sind Kirche» stützt.(PS: Die Hasstiraden werden nun schon noch folgen, wenn es auch die andere Seite realisiert hat.)
Ein schwerer Verlust ist es wirklich, dass eigentlich der Grundsatz gilt: Ein theologisch offener und liberaler Sinn ist bei älteren Theologen-Priestern weitaus häufiger zu finden als bei jungen. Und darum sterben uns langsam die wirklich guten und seriösen Denker im Klerus aus. Das Wenige, das nachkommt, ist meist einfach fromm, und das gilt dann auch schon als positive Qualifikation! Mir nicht, aber das wird Sie, liebe/r Leser/in nicht wundern.
Also, und darum schreibe ich hier so lang: Schillebeeckx hat sich 1994 wie folgt definiert: als «glücklicher Theologe, der in loyaler Opposition zur katholischen Kirche steht». Ich schliesse mich ihm von vollem Herzen an; ja das wäre der beste Umgang mit dieser elenden Kirchensituation und es wäre eine Form von gutmütigem Lachen.
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