Heinz Angehrn

«Durchbruch in der Oekumene» ?!?

So titelt Publik-Forum (9-2007, S.36f). Ich lese, staune und amüsiere mich. Ein sozialgeschichtlich und exegetisch angelegtes Forschungsprojekt der Universität Münster schlägt sich im bei Herder unter den Questiones disputatae würdig erschienenen Buch «Herrenmahl und Gruppenidentität» (Hg. Martin Ebner) wieder. Nebst Ebner (NT) schreiben unter anderen Hubert Wolf (Kirchengeschichte) und Karl Gabriel (Sozialwissenschaft).Und was nun ist der «Durchbruch» in der heiklen Frage um Abendmahl und Eucharistie, den uns die Artikel ermöglichen? a) «Unter den ersten Christen hat es nicht eine einzige Form des Herrenmahls gegeben, sondern von Anfang an verschiedene Formen. Über die jeweilige Ausgestaltung wurde von Anfang an gestritten.» (S.36) Wussten wir doch schon, war Inhalt der Anfangssemester eines jeden Theologiestudierenden!b) «Die ersten Christen haben sich mit den sozialen Bedingungen auseinandergesetzt, unter denen sie lebten – und die Feier des Herrenmahls entsprechend unterschiedlich gestaltet … Auf der Grundlage des gemeinsamen Glaubens am Jesus waren diese unterschiedlichen Formen gegenseitig akzeptiert.» (S.37) Haben wir schon längst auch gefolgert!c) «Abendmahl und Eucharistie sollten beide endlich als legitime Ausdrucksformen des gemeinsamen christlichen Glaubens angesehen werden – zumal nach der Bibel das Brotbrechen die Gemeinschaft im Geiste Jesu stiftet und nicht umgekehrt …» (S.37) Hoppla, das ging jetzt aber schnell. Haben die Herren Professoren etwa vergessen, dass sich die jetzige Leitung der Katholischen Kirche, Benedikt und Herr Levada gewiss, einer solchen Art der Schlussfolgerung a priori verweigern wird und dass darum ihre Folgerung per se absurd ist?Blauäugigkeit sollte ihre Grenzen haben!

15. Mai 2007 | 11:31
von Heinz Angehrn
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