Disputationes theologicae zwischen Poesie und Konzilianz
«C’est de la poésie» (Cha 98) – so habe Kardinal Ottaviani gegenüber Kardinal Léger den Text kommentiert, den der Löwener Theologie Gérard Philips als Entwurf für die Kirchenkonstitution ausgearbeitet hat. Das Tagebuch von Bischof André-Marie Charue von Namur, der am 4. März 1964 diesen Ottaviani zugeschriebenen Ausspruch festhielt, weist den Tagebuchschreiber zwar als Unterstützer seines Landsmannes Philips und dessen Mitredaktoren aus. Auch zeigen einige Bemerkungen Charues – z.B. angesichts der in der Sitzung der Theologischen Kommission vom 5. März deutlich werdenden Kritik Ottavianis an Philips – dass er z.T. grundsätzlich andere Ansichten und Ansätze vertritt als der Kardinal. In seinen Einträgen der folgenden Tage anerkennt er aber auch nicht nur mehrfach, dass sich Ottaviani als Leiter der Sitzungen der Theologischen Kommission von Sachargumenten der Teilnehmer überzeugen lässt; am 8. März 1964 lobt er den Kardinal für dessen «Konzilianz» (Cha 104).
(mq; Cha 98, 104.)
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