Heinz Angehrn

Diluvio universale

Dank Sponsoring kam ich gestern gratis dazu, wofür ich keinen Rappen ausgegeben hätte: Den Besuch einer elektronisch-akustisch verstärkten Opernaufführung. Im Rahmen der St.Galler Festspiele Gaetano Donizettis 1830 uraufgeführtes und seit 180 Jahren nur etwa 3-4x (!) weltweit wiederholtes Belcanto-Sintflut-Drama. Keine seriöse Rezension also, wie schon lange begründet, nur ein paar Randbemerkungen:a) Musik im klassischen Stil der Epoche, durchaus anhörbar, manchmal allzu konventionell.b) Regie: Lächerlicher und grober Spassgesellschaft-Unfug ohne irgendeinen seriösen biblisch-religiös zu erkennenden Hintergrund, quasi ein «Opern-Stadl» für Unwissende, aber zum Zahlen Bereite. Noah und seine Familie brechen mit der DNA der gesamten Tierwelt zur 5-Pässe-Fahrt auf, während das Mittelland im Regen ersäuft. Peinlich, hochpeinlich!c) Sänger: Im Niveau sehr unterschiedliche Besetzung, dumpfer Noah-Bass, undeutliche Sopranistin, recht hübsche Belcanto-Tenorstimme als Bösewicht (!), eine sensationelle französische Mezzosopranistin. Durchzogen.
Wird noch zweimal gespielt, für den Preis würde ich nicht gehen!

4. Juli 2010 | 10:21
von Heinz Angehrn
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