Heinz Angehrn

Dignitatis humanae

Beginnen wir ganz gemach und ganz gründlich. Am 7.Dezember 1965 wurde DH mit 2308 Ja- gegen 70 Nein-Stimmen (eine sicher von Monsignore Lefebvre) verabschiedet. Mit DH beendete die Katholische Kirche eine lange Phase der Intoleranz, in der sie, obwohl Gross- und Weltkirche, nichts anderes als eine weltumfassende Sekte war.»Das Recht der Person und der Gemeinschaften auf gesellschaftliche und bürgerliche Freiheit in religiösen Dingen» – so lautet der Untertitel, der nach langen Diskussionen (noch 1962 hatte ein früher Entwurf die alte Auffassung vertreten) ab der fünften Textfassung zum Dokument gehört.
Halten wir fest:- Seit dem Konzil anerkennt auch die katholische Kirche ein «Recht» jedes Menschen auf Freiheit in der Religion.– Dies ist ein ganz klarer Bruch mit der Auffassung, wie sie bis 1962 vertreten wurde.– Wenn auch nichts dogmatisiert wurde (weil eine nicht absolutistische Kirche nichts zu dogmatisieren hat!), ist dies ein neue «Glaubenswahrheit» für alle Kirchenmitglieder.– Auf Basis von DH konnte dann Johannes Paul II. seine epochalen Begegnungen und Aussprachen mit den anderen Weltreligionen abhalten.– Selbst Hans Küng mit seinem «Weltethos» verdankt DH wohl den ursprünglichsten Impuls.– Dass die Piusbrüder eine Rücknahme von DH fordern, ist aus ihrer Sicht völlig richtig. Sie wollen ja Sekte sein.– Danken wir den Konzilsvätern, dass sie uns aus der Knechtschaft der institutionellen Sünde befreit haben.

16. Oktober 2009 | 10:05
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!