Erich Schweizer

Digitale Einbürgerung – WWW

Hat das @ eine klösterliche Vergangenheit? Und was mache ich eigentlich, wenn ich «ins Internet gehe»?

Heute geht es um die Adresse ohne @. Übrigens: Dieses sonderbare Zeichen hat möglicherweise eine klösterliche Vergangenheit. Im 6. Jahrhundert wollten Mönche – so verschiedene Quellen – das eine «AD» (lateinische Präposition beim Akkusativ mit Bedeutungen wie «zu, an, bei, nach» [der Klassische Philologe in mir hat sich in den Vordergrund gedrängt]) eindeutig vom andern «AD» (Anno Domini) unterscheidbar machen. Deshalb haben sie ein neues Zeichen kreiert. Die Engländer haben es dann als «at» übersetzt und den Weg geebnet für Funktionen wie «Postfach webmaster» bei «Poststelle kath.ch», also webmaster@kath.ch. Dumm nur, dass niemand in alten Handschriften je einer solchen Ligatur begegnet zu sein scheint. In den Kürzel- und Ligaturenverzeichnissen der Handschriftenforschung ist sie jedenfalls nicht enthalten … Aber jetzt bin ich schon abgeschweift. Dabei wollte ich doch gerade über das fehlende @ schreiben.
Adressen ohne @, also z. B. http://www.kirchenblogs.ch, führen ins WWW, ins World Wide Web. Wenn man dafür die Bezeichnung «Internet» verwendet, ist das eigentlich falsch, denn dieses steht eine Stufe höher: Internet ist der Sammelbegriff für verschiedene Dienste. E-Mail und WWW sind Dienste des Internet, immerhin die meistgenutzten und bekanntesten. Und damit bin ich nun endgültig beim WWW gelandet.

Browser

Damit Informationen aus dem WWW auf einem elektronischen Gerät korrekt dargestellt werden, braucht es einen Browser. So heisst der Typus von Computerprogrammen, die uns unsere Lieblingsseiten in den buntesten Farben auf den Bildschirm holen. Eines dieser Programme trägt als Symbol ein kleines blaues «e» mit einem Heiligenschein – das Internet, wie es einige von Ihnen (natürlich fälschlicherweise, wie Sie inzwischen wissen) bezeichnen – (Internet Explorer), ein anderes umarmt im feuerroten Fuchspelz die Welt (Firefox), ein drittes setzt auf Googles Farbkreis aus Rot, Gelb und Grün um eine blaue Kugel (Chrome), ein viertes auf den Kompass, der uns in Afrika bei der Jagd nach wilden Tieren leitet (Safari). Sie alle helfen uns – der eine schlechter (Internet Explorer), alle andern besser – in der Informationsfülle des Internet das Richtige zu finden und darzustellen.

Adressen im WWW

Damit Ihr Browser weiss, welche Informationen Sie sehen (oder hören) möchten, geben Sie ihm einen URL (oder URI, je nach Differenzierungsgrad) an, eine Web-Adresse also.
Mit http://www.kirchenblogs.ch/d/blogs/mediendienstblog/aut/Erich%20Schweizer landen Sie direkt bei einer Auflistung meiner Blog-Beiträge. Sie machen damit deutlich:
http:// – Ich möchte gerne eine Website sehen. Wenn Sie diese Protokoll-Angabe weglassen, wird sie von Ihrem Browser automatisch sinngemäss ergänzt.
ch – Das Angebot stammt aus der Schweiz (Top Level Domain).
kirchenblogs – So heisst das Angebot (Second Level Domain).
www – Die Third Level Domain ist in den meisten Fällen überflüssig, wenn sie www lautet. Bestimmt kennen Sie aber auch Adressen mit anderer Third Level Domain wie z. B. webmail.datenpark.ch. webmail steht hier anstelle von www und darf natürlich nicht fehlen.
kirchenblogs.ch ist der Domain-Name, der weltweit nur ein einziges Mal existieren darf.
Dem Domainnamen folgen Unterverzeichnisangaben, die ihrer Funktion nach den Ordnern in Ihrem Computerlaufwerk entsprechen können – können, nicht müssen, aber das würde hier zu weit führen. Am Ende schliesslich steht unter Umständen ein Dateiname.
Haben Sie die früheren Einbürgerungsbeiträge verpasst?
Digitale Einbürgerung – Vorspiel
Digitale Einbürgerung – E-Mail

25. Februar 2014 | 12:28
von Erich Schweizer
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