Erich Schweizer

Digitale Einbürgerung – Vorspiel

Gehören Sie zu den bedauernswerten Digital Immigrants, die sich täglich mit Halb- und Unwissen durch den Computeralltag schummeln müssen? Hier dürfen Sie bald Hilfe erwarten

Ich bin nicht mit dem Computer aufgewachsen, bin also kein Digital Native. Dagegen spricht schon mein Alter. Ich bin aber immerhin sehr früh in die Welt der elektronischen Datenverarbeitung eingewandert (mein erster «Computer»: TI-59, 1978) und erlaube mir deshalb, mich als Digital Naturalized zu bezeichnen, als «Digital Eingebürgerten».
Sie dagegen, meine liebe Leserin, meinen lieben Leser, stelle ich mir so vor (und das ist nicht wertend gemeint, sondern beruht unter anderem auf meiner Erfahrung als Telefon-Supporter bei Datenpark jeden Freitag): Sie sind mit der Schreibmaschine aufgewachsen. Irgendwann hat man Ihnen einen Computer ins Büro gestellt und gezeigt, wie man damit einen Text verfasst. Diese Aufgabe haben Sie immer mit Bravour gemeistert (auch wenn sture Leute wie ich vielleicht die eine oder andere typografische Anmerkung machen würden).
Später sind weitere Anforderungen dazugekommen (Bilder einfügen), dann Internet und E-Mail, schliesslich Social Media … Und immer haben Sie sich tapfer geschlagen – aber Hand aufs Herz: Sind Sie sicher, dass Sie immer wissen, was Sie da tun?

Computer und Auto

Ich bin kein begnadeter Autofahrer. Von Motoren und Getrieben verstehe ich nichts. Wenn ich trotzdem ab und zu ein Mobility-Fahrzeug malträtiere, halte ich mich strikt an das, was mir mein Fahrlehrer beigebracht und was meine minimale Fahrpraxis in den letzten 35 Jahren ergänzt hat: Ich fahre zwar unfallfrei, aber wenig stilsicher. Wenn ich Tag für Tag so arbeiten müsste, wie ich Auto fahre, wäre das für mich eine arge Belastung. Vielleicht geht es Ihnen mit dem Computer ja ähnlich?
Ein Support-Telefonat vom letzten Freitag (oder war es der vorletzte oder vorvorletzte?):
Er: «Mein E-Mail funktioniert nicht.» Ich: «Wie rufen Sie denn Ihre E-Mails ab.» Er: «Ich klicke auf dieses Symbol und dann kommen die E-Mails. Aber jetzt nicht mehr.» Ich: «Wie sieht dieses Symbol aus?» Er: «Moment! – – – Wie ein Briefumschlag mit so einem Zeichen drauf.» Ich: «???»
Dabei müsste ich mit dem Herrn eigentlich über POP und IMAP und Postausgangsserver und Ports sprechen können, um ihm wirklich helfen zu können …

Basics

Deshalb habe ich mich heute entschieden: Wenn Sie schon keine Zeit haben, regelmässig Computerkurse zu besuchen, so will ich in loser Folge ein paar grundsätzliche Computerthemen aufgreifen und so anschaulich wie möglich abhandeln. Ich bin überzeugt, dass auch die Digital Natives das eine oder andere interessant finden werden. Und Sie, liebe Digital Immigrants, erwerben sich damit vielleicht mindestens eine Aufenthaltsbewilligung in Digitalien.
Mein nächster Blogbeitrag handelt vom E-Mail-Dienst.

13. Oktober 2013 | 15:35
von Erich Schweizer
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