Erich Schweizer

Digitale Einbürgerung – E-Mail

Wo sind eigentlich meine E-Mails, wenn mein Computer schläft?
Auch wenn die Schneckenpost etwas überaus Kompliziertes ist, eignet sie sich als Bild für die Erklärung des E-Mail-Diensts

Wo sind eigentlich meine E-Mails, wenn mein Computer schläft?

Sie können zwischen einer E-Mail-Adresse (die mit dem @) und einer Web-Adresse unterscheiden (die ohne @). Davon gehe ich aus. Schliesslich sind Sie vom Telefonsupport noch nie gefragt worden: «… und Sie sind sicher, dass Sie vor einem Computer sitzen? Oder ist der Bildschirm vielleicht rund und Sie sehen darin unregelmässige Farbflächen, die sich zuerst auf die eine, dann wieder auf die andere Seite drehen – mit Schaum vermischt …?»
Eben. Was nun bei der E-Mail-Adresse hinter dem @ steht, ist der Name der Postfiliale, das davor die Postfachnummer. Und damit bin ich schon mitten im Bild, das gemeinhin für die Erklärung des E-Mail-Diensts herangezogen wird: Die Brief- oder Schneckenpost (wie wir Digitalbürger sie gerne nennen) ist eigentlich etwas ganz Kompliziertes. Ich muss den Brief richtig gestalten und einpacken (was bei den Wahl- und Abstimmungsunterlagen ja eine wahre Herausforderung ist) oder den Umschlag korrekt beschriften, dann muss ich ihn richtig frankieren und erst noch in den richtigen Briefkasten werfen.

Postausgangsserver

[bild42265rw300]Beim E-Mail-Versand muss mein E-Mail-Programm ein paar grundlegende Informationen kennen. Diese Angaben erfasse ich einmal für jede Adresse, die ich für meine E-Mail-Kommunikation verwenden will. Die Rolle des Postbriefkastens übernimmt der Postausgangsserver, der an einer bestimmten Internet-Adresse zuhause ist. Bei uns im Datenpark ist er unter smtp.datenpark.ch zu finden.
Nun könnte ja jede/r kommen und etwas in unseren Briefkasten werfen, um es durch uns verschicken zu lassen. Das wollen wir natürlich nicht. Deshalb kontrollieren wir, ob die Absenderadresse zu uns gehört, indem wir beim Versand eine Authentifizierung mit den Zugangsdaten verlangen. Deshalb setzen Sie bei den Einstellungen ein Häkchen vor «Der Postausgangsserver (SMTP) erfordert Authentifizierung». Das ist wie eine kostenlose Briefmarke. Wir können im Ausland ja auch keinen Umschlag mit einer Helvetia in den Postbriefkasten werfen. – Doch, können schon, aber …

Verschlüsselung

Normale E-Mails sind wie Ansichtskarten. Auf dem Weg vom Absender zur Empfängerin könnten viele den Inhalt mitlesen – nicht nur die NSA. Deshalb stecken wir unsere vertraulicheren Informationen ja als Brief in einen Umschlag. Die gleiche Funktion übernimmt im E-Mail-Dienst die Verschlüsselung. Diese können Sie (auch nachträglich) für den Postausgangsserver einschalten (TLS).
Für die letzte Angabe, die Ihr E-Mail-Programm von Ihnen braucht, finde ich in der realen Welt keine Entsprechung. Ein Postbriefkasten hat ja schliesslich normalerweise nur einen einzigen Einwurfschlitz. Ihr Computer aber hat theoretisch 65 536 verschiedene Ein- und Ausgänge (Ports). Ihre zu versendenden E-Mails passen für uns nur durch den Port 587, egal ob sie verschlüsselt sind oder nicht.

Posteingangsserver

Und wo sind denn nun eigentlich Ihre E-Mails, wenn Ihr Computer schläft? Neben dem Postausgangsserver gibt es bei Ihrem Dienstanbieter auch einen Posteingangsserver mit den einzelnen Mailboxen. Das sind die Postfächer in der Postfiliale. Unser Posteingangsserver ist an der Adresse imap.datenpark.ch oder pop.datenpark.ch zu finden. E-Mails werden also in erster Linie von Postfiliale zu Postfiliale geschickt, von Provider zu Provider. Ihr Computer oder ein anderes Kommunikationsgerät kommt erst zum Zug, wenn es darum geht, Ihre E-Mails im Postfach abzuholen. Dafür gibt es drei unterschiedliche Wege: IMAP, POP oder Webmail.

IMAP oder POP?

Stellen Sie sich vor: Sie teilen sich mit andern ein Postfach bei der Post. Das funktioniert, wenn jede/r Beteiligte einen Schlüssel hat und jeweils nur die Briefe mitnimmt, bearbeitet oder löscht, die sie/ihn betreffen. So funktioniert IMAP. Deshalb ist das Protokoll auch dann die richtige Wahl, wenn Sie Ihre E-Mails mit mehreren Geräten abrufen möchten: Sie sehen immer den aktuellen Zustand der Mailbox. Anders bei POP. Der/die Erste leert das Postfach und nimmt alles mit. Die andern gucken in die Röhre.
Die dritte Zugangsmöglichkeit funktioniert am besten mit IMAP-Konten. Mit einem Webmail bietet Ihnen der Provider die Möglichkeit, auf jedem Computer mit Internetanschluss einen Blick in Ihre Mailbox zu werfen. Bei Datenpark hat dieser Dienst die Adresse https://webmail.datenpark.ch.
Wenn Sie nun trotz dieser Erklärungen noch Fragen zur Einrichtung eines Datenpark-Mail-Accounts haben, finden Sie ausführliche Anleitungen für verschiedene Programme (Mail-Clients) unter http://wiki.datenpark.ch/#mail-clients.

20. November 2013 | 08:12
von Erich Schweizer
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