«Dienstleute»
Die Macht der Kurie
Nochmals, zum letzten Mal, aus dem Buch von Bischof Robinson:
«Doch die mit dem Konzil begonnenen Reformen wurden nicht konsequent weitergeführt. Der Status quo ist eine unbefriedigende Allianz von Altem und Neuem. Die älteren Vorstellungen einer grösseren Regierungsgewalt der Mitglieder der Kurie sind nicht verschwunden. Die Bischöfe der Kurie bilden eine starke Macht in der Weltkirche. Die Tatsache, dass sie oft als «höhere» Bischöfe angesehen werden, sorgt für Verwirrung, denn es gibt im Kollegium der Bischöfe keine Rangunterschiede. Wären die Mitglieder der Kurie, wie ich es vorschlage, keine Bischöfe, dann würde klar, was sie eigentlich sind: der «öffentliche Dienst» auf der Ebene der Weltkirchenleitung, und sie würden für die Leistungen geschätzt, die sie erbringen.»
Dieser Abschnitt erinnert mich an einen alten Deutschen aus der Kaiserzeit (wenn ich mich recht erinnere, war es der Grossvater der Gräfin Dönhoff). Während andere vor den kaiserlichen Beamten in Ehrfurcht erstarrten, meinte er: «Dienstleute sind sie, Dienstleute.» So stehen auch die Kurialen in Rom im Dienste: des Papstes, der Bischöfe, ja der ganzen Kirche. Wie sagte Paulus so schön: «Nicht Herren des Glaubens sind wir, sondern Mitarbeiter eurer Freude.»
Und hier nochmals die bibliographischen Angaben: Bischof Geoffrey Robinson. Macht, Sexualität und die katholische Kirche. Eine notwendige Konfrontation. Publik-Forum Edition 2010. 318 S.
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