Die Verführer entlarven
Woher kommt Fremdenfeindlichkeit?»Der rasche Kulturwandel stellt die Identitäten massiv infrage und wird von Angst, Verunsicherung und Orientierungslosigkeit begleitet. Diese Krise kann zu regressivem Anklammern an alte Traditionen führen, begleitet von infantiler Fremdenfeindlichkeit. So kann alles Bedrohliche auf Fremde projiziert und dort bekämpft werden», beschreibt der katholische Theologe und Psychoanalytiker Alfred Kirchmayr aus Wien das Phänomen. Mit rationalen Argumenten kommt man nicht dagegen an. Denn die Ursache für fremdenfeindliches Verhalten liegt in «intensiv verdrängten Gefühlen», die in Hass umgewandelt werden. Im Groben gilt: Je mehr es zu verdrängen gibt, desto heftiger sind die Vorurteile gegenüber dem anderen. Die «Stumpfheit des Herzens», von der schon Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert zu berichten wusste, führt zur «Starrheit des Urteilssinns». —-
Nicht gerade ermutigende Einsichten. Sie könnten zur Resignation führen.Gewiss, den Fremdenhassern kommt man nicht mit rationalen Argumenten bei. Aber wir könnten etwas tun: Jene entlarven, die mit ihren Ängsten und Nöten gerade in diesem Jahr auf Stimmenfang gehen.
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