Die Umwelt schützen. Aber so nicht! oeku sagt Nein zur ecopop-Initiative
Die Umwelt schützen, indem wir weniger Menschen in die Schweiz lassen; und indem Länder des Südens zur Bevölkerungsplanung verpflichtet werden: oeku/ sagte Nein zu diesen Postulaten der ecopop-Initiative, über die im November abgestimmt wird. Denn sie widerspreche grundlegenden ethischen Ansprüchen. Und: Eine Annahme der Initiative würde die Schweiz ins Abseits manövrieren. Weiter heisst es in der Stellungnahme der oeku:
«Die Schweiz hat die Grenze der Nachhaltigkeit schon vor langer Zeit überschritten – und dies nicht primär wegen des Bevölkerungswachstums, sondern vor allem wegen der massiv gestiegenen Ansprüche und der Konsumgewohnheiten der hier lebenden Menschen. Wenn allein via Bevölkerungszahl Nachhaltigkeit erreicht werden sollte, müsste die Zahl der Menschen bei gleich bleibendem Konsumverhalten in der Schweiz drastisch reduziert werden (auf unter drei Millionen). Mit einer blossen Begrenzung der Zuwanderung können die natürlichen Lebensgrundlagen nicht geschützt werden.
Global gesehen geht die Übernutzung der Lebensgrundlagen in erster Linie von den reichen Ländern mit hohem Konsumniveau aus. Die Frage, wie viele Menschen die Erde erträgt, entscheidet sich darum sehr viel weniger an der Zahl der Menschen als an deren Konsumgewohnheiten.
In christlicher Perspektive ist der Mensch Abbild Gottes und darf nicht nur unter der Perspektive der ökologischen Belastung betrachtet werden. Als Abbild Gottes ist der Mensch aber gehalten, Verantwortung für die Gesellschaft und den Fortbestand der Schöpfung zu übernehmen. Andere Menschen ausschliesslich als ökologische Belastung zu sehen oder ihnen vorwiegend Verhütungsmittel zu empfehlen, bedeutet im Grunde, ihnen die Existenzberechtigung abzusprechen. Verantwortlich handeln bedeutet heute nicht, die Zuwanderung zu begrenzen, sondern die Begrenzung unserer Ansprüche auf ein schöpfungsverträgliches Mass.
«oeku Kirche und Umwelt empfiehlt, die ecopop-Initiative abzulehnen. Gleichzeitig ruft sie auf, die heutige Wachstumspolitik sowie unser Konsumverhalten zu überdenken und eine konsequente Politik für den Umweltschutz und das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen einzufordern.»
Nachdem ich 10 Jahre im Vorstand der oeku war (und zu den Gründungsmitgliedern gehöre), freue ich mich über diese deutlichen Worte. oeku ist nach wie vor auf dem richtigen Weg.
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