Die traditionelle Mission und die jungen Kirchen
Nochmals macht ein Besuch von Kardinal Agagianian in der Kommission für das Missionsdekret deutlich, wo die Reibungspunkte sind: v.a. der Missionsbegriff im Umbruch der traditionellen Vorstellung (Aufbruch von Missionaren zu Menschen, die das Evangelium noch nicht kennen) zu einem weiteren Sinn, der jene Situationen betrifft, wo die Kirche im Aufbau begriffen ist, aber noch nicht aus eigenen Kräften allein existieren kann.
Gerade im Blick auf diese letztere Situation stellen sich Fragen, v.a. bezüglich des einheimischen Priesternachwuchses und seiner Ausbildung. Der einheimische Nachwuchs soll dieselbe Ausbildung haben, wie es sonst für den Klerus üblich ist (und wie sie die Missionare mitbringen). Trotz der okzidentalen Prägung der Ausbildung soll aber eine Anpassung («adaptation»: Co 2,301) erfolgen, die Gegebenheiten der einheimischen Kultur berücksichtigt werden (vgl. später AG 16), somit in Richtung einer Inkulturation gearbeitet werden. Auch der einheimische Klerus soll missionarisch wirken, und die ausländischen Missionare ihrerseits sollen nicht nur im traditionellen Sinn missionarisch sein, sondern in den jungen Kirchen normale pastorale Arbeit übernehmen.
(emf)
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