Die theologische Qualität der Ortsgemeinde
Am 3. Oktober 1963 nimmt Weihbischof Eduard Schick (Fulda) in einer Rede vor der Versammlung der deutschsprachigen Bischöfe, die sich in der Anima versammelt haben, Stellung zum zweiten Kapitel des Kirchenschemas. Er bringt zwei Problemkontexte zur Sprache: Die Rolle und Würde der Ortsgemeinden/Pfarreien gegenüber der Gesamtkirche und von dieser Perspektive aus die Rolle und Würde der Priester gegenüber ihren Bischöfen.
Als Neutestamentler betont Schick mit Verweisen auf Paulus, dass es eine Reduktion gerade des eucharistischen Begriffes und Verständnisses von Kirche wäre, würde die Gemeinschaft von Gläubigen an einem konkreten Ort als blosse Verwaltungseinheit der Kirche und (damit implizit) der Priester als blosser Verwaltungsbeamter des Bischofs betrachtet werden.
Schick plädiert für ein Kirchenverständnis, das nicht erst an der Gesamtkirche und an den Bischöfen ansetzt, sondern für das «Wesen(s) der einen und selben Kirche» die aufgezeigte Polarität (Ortsgemeinde/Pfarrei und Gesamtkirche bzw. Priester und Bischof) in ihrer je eigenen Würde und theologischen Qualität ernst nimmt und einbezieht.
(Salvatore Loiero, AS 2/2, 396-399)
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


