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Die politischen Implikationen der Heilig-Land-Reise

Neben den zwei Begegnungen Pauls VI. mit dem Ökumenischen Patriarchen sollen die Treffen Pauls VI. mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Benediktos und dem Patriarchen der armenisch-apostolischen Kirche, Derderian, nicht vergessen gehen, mit denen Paul VI. ebenfalls um die Einheit der Kirche betete.
Die Heilig-Land-Reise wurde auch zu einem Katalysator der neuen Entwicklung im Verhältnis der römisch-katholischen Kirche zum Judentum.
Die erste Auslandreise eines Papstes seit 1814 war eine heikle Angelegenheit. Denn einige Orte lagen in Israel, während die Heiligen Stätten in Jerusalem und Bethlehem – vor dem Sechstagekrieg von 1967 – noch unter jordanischer Herrschaft standen. Der Heilige Stuhl hatte Israel bei dessen Gründung 1948 nicht anerkannt. Pius XII. forderte 1949 die Internationalisierung Jerusalems und den freien Zugang zu den Heiligen Stätten, getragen vom ranghöchsten aussenpolitischen Beamten im Vatikan, von Giovanni Battista Montini. Dieser wollte auch als Papst diese Linie nicht aufgeben. Paul VI. wollte sich im Heiligen Land weder von den Israelis, noch von der jordanisch-palästinensischen Seite vereinnahmen lassen. Paul VI. sprach die Juden aber als «Söhne des Bundesvolkes» an, was auch theologisch eine zukunftsweisende Formulierung war. So war der Besuch Pauls VI. gerade wegen seines bewusst unpolitischen Habitus ein Meilenstein, wie Thomas Brechenmacher betont: «Von der Pilgerreise des Jahres 1964 verläuft eine Entwicklung über die Konzilserklärung Nostrae Aetate im Oktober 1965 und über die formelle Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel durch den Grundlagenvertrag am 30. Dezember 1993 bis zur Israelreise Johannes Pauls II. im März 2000» (zit. nach Er 97).
(ufw; Er 91–97)

7. Januar 2014 | 00:23
von Konzilsblogteam
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