Die neue Enzyklika über den Individualismus: ein differenziertes Bild
Papst Franziskus analysiert in seiner Ehe/Familie-Enzyklika immer wieder die aktuelle Situationen. So zum Beispiel das Phänomen des Individualismus. Er wird immer besser gerecht, als die Anklagen gegen die «Selbstverwirklichung», die in kirchlichen Kreisen vor 30, 40 Jahren en vogue waren. (Aus Nr. 33f):
«So wird zum Beispiel eine individuelle Gestaltung der Persönlichkeit geschätzt, die auf Authentizität setzt, anstatt vorgeformte Verhaltensweisen nachzuahmen. Das ist ein Wert, der die unterschiedlichen Fähigkeiten und die Spontaneität fördern kann …»
Dann folgt die Kehrseite dieses Wertes:
«.. aber wenn er schlecht ausgerichtet ist, auch Haltungen ständigen Argwohns, der Flucht vor Verbindlichkeiten, des Sich-Verschliessens in die Bequemlichkeit und der Arroganz hervorbringen kann.»
Weiter schreibt Papst Franziskus recht differenziert über ein Phänomen, das auch hinter dem Nachwuchsmangel in den Orden steht:
«Man fürchtet die Einsamkeit, man wünscht sich einen Raum des Schutzes und der Treue, doch zugleich wächst die Furcht, gefangen zu sein durch eine Beziehung, die das Erreichen der persönlichen Bestrebungen zurückstellen könnte.»
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