Konzilsblogteam

Die Masse macht’s

Der Jesuit Mario von Galli war der unumstrittene Meisterkommentator des Konzils im deutschsprachigen Raum. Am Ende der ersten Session publizierte er einen Band über das Konzil. Darin schilderte er auch die menschlichen Seiten des Konzils: Wenn ein einzelner Bischof in seiner Heimat noch eine Besonderheit darstellt, so wurden 2000 Bischöfe zu einer Alltäglichkeit.«Die Masse der Bischöfe brachte es mit sich, dass, obwohl sie auf dem Konzil eine feierlichere Funktion ausübten als daheim, sie doch weit weniger feierlich umsorgt und distanziert waren. Sie mussten dem vom Wind verwehten Käppi selber nachlaufen, mitten am Petersplatz die Kleider wechseln, sie konnten sich nicht verstecken, wenn sie eine Zigarette rauchen wollten, sie sanken todmüde im Restaurant in einen Sessel und wurden nicht anders bedient als die Dame nebenan; sie waren ganz wehrlos, wenn das Volk sie um Autogramme bestürmte, kein Mensch half ihnen, wenn sie den Autobus nicht fanden – und der Autobus wartete nicht. Sie haben sich gar nicht verärgert gezeigt, sie bewiesen damit, wie unabhängig sie innerlich waren von allem dem sie sonst umgebenden Zeremoniell».(ab; zitiert nach Le 175)

13. Januar 2013 | 00:03
von Konzilsblogteam
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!