Walter Ludin

Die Kirche muss «rausgehen, zu den Menschen»

Die Kirche – hier konkreter – Theologiestudenten müssen rausgehen, zu Menschen, die nichts mehr von der Kirche halten. Diese Ansicht vertritt der Jesuit Stephan Kessler, Regens in Frankfurt, in einem Interviews:
 
Wir sind keine Volkskirche mehr.
Aus, Ende?
Überhaupt nicht. Christen haben etwas zu künden, das sonst keiner beiträgt. Der Mensch ist ja heillos religiös. Deswegen muss er aber nicht in die Kirche gehen, das erleben die Kirchen derzeit bitter. Damit die Kirche mit ihrer Lehre, mit ihrem Angebot wieder gehört wird, muss sie die Verhältnisse von Menschen kennen. Deshalb müssen wir viel experimenteller werden, wir müssen in Milieus gehen, ohne sie zu bepredigen, sondern um sie zu erfahren. Das ist schon Mission.
Lehren Sie das Ihre Studenten?
Das ist ein leider bisher unverwirklichter Traum, den Studenten zu sagen: «Gehen Sie durch die Stadt und suchen Sie die Orte, an denen heute dem unbekannten Gott geopfert wird. Betreten Sie keine Kirche und keinen religiösen Ort, sondern gehen Sie dahin, wo Menschen viel Menschliches investieren, und bleiben Sie wortlos einfach mal da.» Genau hier muss Kirche ansetzen und nicht einfach nur ihr System reproduzieren. Dazu braucht es Menschen, die rausgehen …
 

29. August 2014 | 01:45
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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