Kirche kommuniziert

Die Kirche entdeckt Virtual Reality

Die Kirche entdeckt Virtual-Reality als neues Kommunikationsmedium. Silvan Hohl, Regisseur des Pilgerfilms Habemus Feminas! und Produzent von underkath.ch, durfte kürzlich einen 360-Grad-Kurzfilm mit dem Arbeitstitel «2100» drehen. Wir sprachen mit ihm über den Film, Vorteile von Virtual-Reality gegenüber klassischen Darstellungsformen und neue Begegnungsformen für die Kirche.  

Herr Hohl, Sie haben für das kommende Bistumsjugendtreffen einen Virtual-Reality-Kurzfilm mit dem Arbeitstitel «2100» realisiert. Worum geht es in diesem Film?

Silvan Hohl: Wir zählen das Jahr 2100. Die Welt versinkt im Chaos. Denn es ist viel zu heiss auf unserem Planeten geworden und viele flüchten in Richtung Skandinavien. Eine Gruppe junger Menschen sucht Schutz in einem verlassenen Bunker. Sie überlegen, wie sie überleben könnten und woran sie glauben sollten: an die Wissenschaft oder an Gott. Dabei wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt.

Virtual Reality, also die Darstellung der Wirklichkeit in einer computergesteuerten, virtuellen Welt, erfreut sich grosser Beliebtheit. Was sind Vorteile gegenüber klassischen Darstellungsformen?

Der Zuschauer ist mitten in der Handlung! Er setzt eine VR-Brille auf und hat dadurch die Möglichkeit, dem Geschehen, welches 360 Grad um ihn herum passiert, zu folgen. Der Vorteil dabei ist, dass man unmittelbar an der Handlung teilnehmen kann und so als Zuschauer vielmehr in die Geschichte involviert ist. Weiter ist VR auch ein grosses Thema in der Medizin, zum Beispiel um Operationen zu planen und ausführen zu können.

Beispiel eines 360-Grad-Videos

 

Seit mehr als zwei Jahren gibt es eine «Virtual-Reality-Church»: ein virtueller Gottesdienst für Menschen, die keine reale Kirche aufsuchen können oder wollen. Bietet Virtual-Reality für die Kirche eine neue, zusätzliche Begegnungsform?

Ja, das tut sie! VR ermöglicht einerseits den VR-Gottesdienst, anderseits kann Glaube ganz anders entdeckt und erfahrbar gemacht werden. Wir werden mit unserem Film am Bistumsjugendtreffen in Zug sein (mehr Informationen zum Anlass). Die jungen Menschen haben durch den VR-Film die Möglichkeit, über Glaube, Spiritualität, Gemeinschaft und Umwelt nachzudenken und sich zu fragen, wie sie mit diesen Themen in ihrem Leben umgehen möchten. Durch die virtuelle Realität können sie die Konsequenzen ihres Handelns abschätzen und dieses hinterfragen. Ich denke, das ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Glaubens, Verantwortung für sich und seine Mitmenschen zu übernehmen.

Impressionen vom Dreh

Virtual-Reality Kurzfilm «2100» | © Silvan Hohl
Virtual-Reality Kurzfilm «2100» | © Silvan Hohl
Virtual-Reality Kurzfilm «2100» | © Silvan Hohl
Virtual-Reality Kurzfilm «2100» | © Silvan Hohl


Zur Person:

Silvan Maximilian Hohl hat schon verschiedene Filmprojekte realisiert. Neben seiner Berufsausbildung zum Fotofachmann produzierte er meist kleinere Kurz- und Auftragsfilme. Während seines Bachelor-Filmstudiums arbeitet er vorwiegend an Spielfilm- und Dokumentarfilm-Projekten. Unter anderem entstand in diesem Rahmen der Dokumentarfilm Habemus Feminas!, welcher erfolgreich in verschiedenen Kinos lief.

Virtual Reality | © pixabay.com CC0
2. September 2019 | 14:40
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