Walter Ludin

Die Katze und ...

… die TraditionWeiter im Text von Bi Robinson
«Die blosse Tatsache, dass eine »Tradition« schon lange besteht, ist kein Beweis für ihren Wahrheitsgehalt. Irrige Einstellungen können sehr lange hartnäckig bestehen bleiben. So wurden Sklaverei und Folter in der Geschichte des Christentums über lange Zeit gutgeheißen. Und wir müssen uns eingestehen, dass vieles von dem, was in der als Kirche als »Tradition« bezeichnet wird, eine so grundlegende Voreingenommenheit gegen Frauen beinhaltet und gefördert hat, dass es für zeitgemäße Aussagen über die Würde und Rolle der Frau nicht als tragfähige Grundlage dienen kann. Die sorgfältige Untersuchung der »Traditionen« erfordert die Arbeit erfahrener Historiker und Theologen.»
PS. Eine alt ehrwürdige Tradition, von der Anthony de Mello erzählt: In einem östlichen Klöster bestand die strenge Vorschrift, die Klosterkatze einzusperren, bevor man ans Meditieren ging. Immer wenn eine Katze verstorben war, musste unbedingt eine neue angeschafft werden. Sonst wäre die Meditation ungültig gewesen. Eines Tages aber stieg ein Mönch tief ins Archiv und ging der Tradition auf den Grund: Vor Jahrhunderte hatte man im Kloster eine freche Katze, welche die Mönche bei der Meditation störte. Darum musste man sie einsperren. ….Die Geschichte erinnert mich z.B. an die Händewaschung in der Eucharistie. Als der Priester zur Gabenbereitung Hühner usw. eigenhändig entgegennehmen musste (in Afrika habe ich es noch erlebt!) war sie unbedingt sinnvoll. Aber heute ….

4. Dezember 2010 | 01:23
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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