Elisabeth Aeberli

Die Gottesmutter des Amazonas

Im Basler Museum der Kulturen ist bis am 5. Januar 2020 die Ausstellung «Mutter und Kind» zu sehen. Im Begleitprospekt der Ausstellung steht dazu: «In jeder Kultur durchdringen andere Vorstellungen von Mütterlichkeit, idealen Eltern und guten Kindern das Bild der beiden Figuren. In der christlichen Bildtradition ist die Mutterfigur geprägt von der Marienverehrung. Die Ausstellung versteht sich deshalb als leise Hommage an das Basler Münster, dessen romanischer Bau vor 1000 Jahren der biblischen Mutter Gottes geweiht wurde.»

Das Basler Münster wurde vor 1000 Jahren eingeweiht. Die Darstellungen der Gottesmutter sind seither in stetem Wandel begriffen. Während der Amazonas-Synode wurde im Vatikan und in der Kirche Santa Maria in Transpontina die Statue aufgestellt, als Verehrung der Gottesmutter, wie sie in der Herkunftsregion heimisch ist. Missio veröffentlichte dazu einen Text mit der folgenden Angabe: «Die Pachamama symbolisiert in der indigenen Kultur die personifizierte Erdmutter, sie steht nicht nur für die Erde, sondern das ganze kosmische Gefüge. Allerdings wird sie von den Indigenen eher abstrakt wahrgenommen. Figuren von ihr kommen bei den Einheimischen des Amazonas nur sehr selten vor. Die Identifizierung der «Pachamama» mit einer Frau entstand erstand erst durch den Einfluss der spanischen Kolonisten und die Vermischung des «Pachamama»-Konzepts mit der katholischen Marienverehrung».

Pachamama bei der Eröffnung der Amazonas-Synode. Foto: katholisch.de |
19. Dezember 2019 | 17:54
von Elisabeth Aeberli
Teilen Sie diesen Artikel!