Walter Ludin

Die Glaubenskongregation abschaffen (H. Häring)

Die Glaubenskongregation gehört ins Museum, meint Hermann Häring. Abgesehen davon sei Herr Müller mit seiner autoritären Art «untragbar». Trotzdem hat ihn Papst Franziskus bestätigt …..
Häring schreibt:
«Der absolute Wahrheitsanspruch der kirchlichen Lehre muss mühsam aufgebrochen, mit unserer Wirklichkeit konfrontiert und der immer visionären, konkreten und erzählenden Botschaft Jesu unterworfen werden. Es gilt, dicke Bretter zu bohren und die Ergebnisse ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Wenn dieser Bewusstseinsprozess einmal in Gang gekommen ist, lässt sich schliesslich auch die Unfehlbarkeitsideologie nicht mehr halten; davon bin ich überzeugt.
Deshalb muss jetzt schon deutlich gesagt werden, dass ein Mann wie Bischof Gerhard L. Müller mit seiner autoritären, biblisch nicht begründbaren Lehramtsideologie an der Spitze der Glaubenskongregation untragbar und unhaltbar ist. Ich kann nicht sehen, wie er antreten soll, um im Sinne von Papst Franziskus «Wunden zu heilen». Am besten wäre es, zusammen mit seiner Absetzung diese unselige Behörde abzuschaffen, weil sie schon definitionsgemäss die Inspirationen religiöser Gotteserfahrung, kirchlicher Gemeinschaftserfahrung und einer charismatischen Kirchenstruktur blockiert.
Der Stuhl, auf dem schon Galilei sass und auf dem Leonardo Boff nacheigenem Bekunden noch sitzen musste, könnte dann in ein Museum zur Analyse des inquisitorischen Geistes verbannt werden. Die Hoffnung, dass dieser Geist überwunden wird, ist mit Papst Franziskus gegeben. Die langfristige Absicherung vor neuen Rückfällen ist den Theologinnen und Theologen aufgegeben, die um ihre Verantwortung wissen und diese Ermutigung in dieser Phase des Neuaufbruchs nutzen sollten.

19. Oktober 2013 | 01:12
von Walter Ludin
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