Die furchtbaren Weltkriege als Lehrmeisterinnen für das Konzil
Einer der wichtigsten Konzilstheologen, Yves Congar, der unentwegt am Konzil seine Antiphon gegen den Krieg sang (vgl. Konzilsblog vom 8. August 2014 – http://www.kirchenblogs.ch/d/blogs/konzilsblog/m118607), musste als Kind und Jugendlicher erleben, was es hiess, in einem Kriegsgebiet aufzuwachsen (vgl. die auch auf DVD erhältliche Fernsehserie «14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs»). Die Eindrücke sollten für sein ganzes Leben, aber auch für sein theologisches Denken, bleibende Spuren hinterlassen. Nicht selbstverständlich ist der Einsatz von Alfredo Kardinal Ottaviani gegen den Krieg, vielleicht auch aus eigenen bitteren Erfahrungen im kriegsgebeutelten Italien.
Auch der Grossvater von Papst Franziskus, der am 13. September die Schauplätze der blutigen Isonzofront des Ersten Weltkriegs besucht und dort für die Verstorbenen betet, hatte dort gekämpft. Die Konzilsväter zogen, wie im November im Konzilsblog deutlich wird, die Konsequenzen aus der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts und nahmen vom bisher vertretenen «gerechten» Krieg Abstand.
Das Kriegsgedenken in diesen Tagen kann auch uns heute helfen, das Thema Krieg und Gewalt neu zu reflektieren, eine Aufgabe, die jeder Generation je neu aufgetragen ist.
Mit der gegenwärtigen Gewalt im Krieg in der Ukraine und noch vielmehr in den grossen und zahlreichen Kriegsgebieten im Nahen Osten wird deutlich, dass es keine einfachen Antworten auf militärische Aggression und Gewalt gibt. Gewaltlosigkeit allein kann angesichts der unsäglichen Grausamkeiten der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) leider nicht die letzte und einzige Antwort sein. Selbst Franziskus ist hier in ein Dilemma hineingestellt.
(ufw)
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