Die Frommen und die «Lasterhaften»; sowie: der liebe Signor Semprecontesti
«Immer wieder einmal geschieht es, dass man religiöses Wohlverhalten mit Tugendhaftigkeit verwechselt und moralische Versager als lasterhafte Menschen betrachtet.» Diesen Satz finde ich zufällig in Josef Imbachs Buch «Woran Gott glaubt». Und ich muss unwillkürlich an den konservativen Flügel der letzten Bischof-Synode denken.
Weiter im Text: «Menschen, die sich nur sicher fühlen, wenn sie sich an den Zaunpfählen des Gesetzes, am Geländer der Vorschriften und an Leitplanken des Kirchenrechts festklammern können, werden keinen Gedanken daran verlieren, ob eine solche Haltung nicht vielleicht psychische Ursachen haben könnte. Wenn sie dieser Frage nachgingen, kämen sie vermutlich ganz von selbst darauf, dass sie gerade den Vergleich mit jenen, die angeblich alles falsch machen, unbedingt brauchen, weil eben dieser Vergleich ihnen bestätigt, dass sie allein auf dem richtigen Weg sind.»
Solche Menschen würden dauernd sagen «die Kirche lehrt» und nie «ich meine». Sie seien autoritätshörig und paragraphenfixiert. Dies betrifft ja nicht nur gewisse römische Kardinäle. Sondern alle Fundamentalisten.
PS. An anderer Stelle seines Buches wendet Imbach sich an einen «lieben Signor Semprecontesti». Solche gibt’s ja auch in der Kommentarspalte meines Blogs. Oft nervt es mich, wenn zu jedem meiner Gedanken eine Gegendarstellung kommt. Dann aber sage ich mir, ich könne doch dankbar dafür sein, wenn meine Gedanken weitergedacht werden. Und habe die Narrenfreiheit, manches bewusst einseitig zu formulieren, weil ich was, dass die andere Seite bestimmt wenige Stunden später aufscheint.
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


