Konzilsblogteam

Die Erklärung über die Juden in einer Audienz bei Paul VI.

Dieselbe Frage, wegen derer Willebrands im Nahen Osten unterwegs ist, beschäftigt auch Papst Paul VI. und Augustin Bea während einer Audienz am 24. April 1965. Papst Paul VI. liegt eine Drohung von Patriarch Maximos vor, die Aula zu verlassen, wenn die Erklärung in der vorliegenden Form verabschiedet würde. Auch verlangt Papst Paul VI. einige Korrekturen, v.a. die Tilgung des Satzes, der den Gottesmord-Vorwurf betrifft.
Paul VI. hatte selbst am Passionssonntag (4. April 1965) in einer Predigt eine allgemeinjüdische Verantwortlichkeit für den Tod Jesu in einer Weise zum Ausdruck gebracht, wie sie mit der Konzilserklärung nicht vereinbar war. Dies hatte zu Reaktionen von Seiten italienischer und US-amerikanischer Juden geführt.
So herrscht im April bezüglich des Konzilstextes grosse Verunsicherung. Anfang Mai wird die zuständige Kommission wieder darüber beraten.
(emf)

25. April 2015 | 00:01
von Konzilsblogteam
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