Die Chaldäer in Södertälje
Letzte Woche war ich zu einem Besuch in Södertälje. Da wohnt eine der grössten katholischen Einwanderergruppen: Die Chaldäer. Die Menschen kommen vor allem aus dem Irak und seit zwei Jahren auch aus Syrien. Sie sind vor dem Krieg geflüchtet – zum Teil die ganze Familie, zum Teil hat der Krieg die Familien auseinander gerissen.
Ich war zu einer Begegenung mit Jugendlichen eingeladen. Und ich war und bin berührt. Ich kam ins Gespräch mit Neema. Sie ist mit ihrem Vater vor gut 7 Jahren aus dem Irak nach Schweden geflüchtet. Ihre Geschwister und ihre Mutter mussten zunächst zurück bleiben.
In Schweden angekommen, machte ihr zunächst die Kälte und die Sprache grosse Schwierigkeiten. Da ihr Vater den ganzen Tag ausser Haus war, blieb dem jungen Mädchen nichts anderes übrig als die Pfarreigemeinschaft der Chaldäer zu besuchen. Sie sagte mir: «Man hat uns alles genommen, aber den Glauben haben wir behalten.» In der Pfarrei hat man Neema geholfen. Sie konnte die Sprache erlernen und bald zur Schule gehen. Ihren Abschluss musste sie hier nachholen, weil der irakische nichts galt. «Wegen der Pfarrei und der Hilfe unseres Gottes habe ich überlebt», sagt Neema heute.
Enthusiastisch spricht sie davon, dass sie heute mehr Zeit in der Jugendgruppe der Pfarrei verbringt als zu Hause. An der Uni wo sie heute Ingenieurwesen studiert, gibt sie im Gespräch mit anderen Studenten Zeugnis von ihrem Glauben. Und sie kann es einfach nicht verstehen, dass Menschen an der Existenz Gottes zweifeln. Sie fragte mich: «Geht es den Menschen einfach zu gut?. In unserem Land starben Menschen für den Glauben, für Gott. Er hat mir geholfen und mich aus dem Krieg in den Frieden geführt.»
Welche Antwort soll man da geben?
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